Die Digitalisierung der Gesellschaft schreitet immer stärker voran. Das gilt vor allem für die digitale Transformation in der deutschen Gesundheitsversorgung. Aber kommt das eigentlich bei den Versicherten an? Was kann man tun, um die Kommunikation zu verbessern?

Ob Apple Watch mit EKG-Funktion, elektronische Patientenakte oder Depressions-App: längst stehen viele Gesundheitsleistungen in digitaler Form bereit und erfreuen sich durchaus auch großer Popularität. Doch bezieht sich diese große Beliebtheit letztlich nur auf einen relativ kleinen Teil der Versicherten in Deutschland.

Beispiel elektronische Patientenakte (ePA): Diese soll ab 2020 allen Versicherten in Deutschland zur Verfügung stehen. Eine Umfrage ergab jedoch, dass mehr als die Hälfte der Befragten zwar Gesundheitsthemen im Internet recherchiert, die andere Hälfte jedoch gab an, Fitness-Apps zu nutzen oder Termine mit dem Arzt online zu buchen, wenn es das Angebot gäbe. Gibt es bereits. Woran liegt es, dass so viele Menschen noch immer nicht wissen, welche digitalen Möglichkeiten ihnen bereits heute zur Verfügung stehen?

Wenig Wissen und Vertrauen in Digital Health: Woran liegt es?

Eine Ursache liegt im sehr diversen digitalen Gesundheitsmarkt. In den vergangenen Jahren sind unzählige Plattformen und Apps aus dem Boden geschossen, die Versicherten und Patienten dabei helfen sollen, ihre Gesundheit besser im Blick zu behalten. Das Problem dabei ist, dass es bislang keine Art zentralen App-Store gibt, in dem man sich umsehen kann, welche Anbieter für welche medizinischen oder Fitnessthemen überhaupt zur Verfügung stehen. Wer aktiv recherchiert, kommt möglicherweise durch Zufall auf einen guten Anbieter, wer das nicht tut, bleibt komplett unwissend.

Aber auch die Versicherer müssen eine noch bessere Informationspolitik fahren und die Versicherten an die Hand nehmen. Egal, ob es um Erstattungen für Online-Therapiedienstleister, Apps oder Präventions-Kurse geht, häufig wissen die Versicherten gar nicht, welche Möglichkeiten ihnen eigentlich zur Verfügung stehen.

Wieviel Kommunikation ist genug Kommunikation?

Welches Medium sollten Versicherungen dabei verwenden? Letztlich müssen sie auf alle Kommunikationswege setzen, bei denen sie möglichst all ihre Versicherten erreichen können. Der ausschließliche Weg per E-Mail oder Social-Media-Kampagne funktioniert dabei genauso wenig wie der gute alte Papierbrief. Die Kommunikation muss omnipräsent stattfinden, auch TV- und Radiospots oder Podcastformate beinhalten. Eben überall da, wo die Versicherten ihre Informationen konsumieren.

Der wichtigste Faktor einer groß angelegten Informationspolitik über Digital Health-Angebote ist allerdings der Faktor Vertrauen. Wer ausreichend kommuniziert, findet Gehör. Was „ausreichend“ ist, entscheidet dabei ausschließlich der Empfänger der Botschaften. Höre ich als Versicherter oder als Konsument ausreichend von einer Dienstleistung oder einem Produkt, wächst auch mein Vertrauen in dieses und ich bin eher willens, dieses ein mal auszuprobieren.

Auf der DMEA19 habe ich zum Thema „Digital Health in der öffentlichen Wahrnehmung“ diskutiert. Einen Ausschnitt aus der Paneldiskussion gibt es auf meinem Youtube-Channel:

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