Maßnahmen der Patientenbeauftragten zur Verbesserung des Gesundheitssystems

Ingrid Fischbach, die Patientenbeauftrage der Bundesregierung, hat einen acht Punkte umfassenden Plan über Maßnahmen für ein Gesundheitssystem, das die Menschen wirklich in den Mittelpunkt stellt, vorgelegt.

Zu den im Maßnahmenplan aufgeführten Punkten gehören die Erhöhung der Gerechtigkeit bei Behandlungsfehlern, mehr Transparenz bei Kassenentscheidungen sowie eine Aufwertung der Gesundheitsfachberufe.

Erfreulich ist, dass an erster Stelle eine Verbesserung des Zugangs zu Psychotherapeuten und Ärzten steht. Noch immer wird das Thema „Mentale Gesundheit“ in Deutschland stark unterschätzt. Während etwa in England mit Prinz William und Herzogin Kate die Initiative „Heads Together“ ins Leben gerufen haben, um gegen die Stigmatisierung psychischer Krankheiten anzukämpfen, wird das Thema in Deutschland noch immer sehr zaghaft behandelt, sodass sich Menschen mit psychischen Problemen oft nicht trauen, sich Hilfe zu suchen.

Jedoch besteht bislang auch ein großes Problem in der Verfügbarkeit von Psychiatern und Psychotherapeuten. Um dem entgegen zu wirken, richtete die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) in 2017 eine Terminservicestelle zur Vermittlung von Facharzt-Terminen sowie psychotherapeutischen Sprechstunden und Akutbehandlungen. Sie dient dazu, Menschen mit dringendem Behandlungsbedarf und ohne Möglichkeit, auf anderem Wege an einen Termin zu bekommen, einen ortsnahen Termin zu vermitteln, das innerhalb von maximal vier Wochen. Auch, wenn im vergangenen Jahr über diese Terminvermittlungsstelle 190.000 Termine vergeben werden konnten, so räumt die KBV an, dass sogar weitaus mehr Patienten angerufen haben, ohne, dass es zum Kontakt mit einem Ansprechpartner kam.

Dieser Zustand muss sich dringend weiter verbessern – nicht nur die Verbesserung der Terminkoordination der Kassenärztlichen Vereinigungen, sondern der Zugang zu Arzt- und Therapeuten im Allgemeinen.

 

 

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